Pflegeleichter Garten

Das Stichwort, das beim einem Gespräch über Gartengestaltung meist als erstes fällt ist „pflegeleicht“. Ich frage dann gerne nach, was sich mein Gesprächspartner denn konkret unter „pflegeleicht“ vorstellt. Denn den pflegeleichten Garten gibt es nicht.
Im Haus ist es selbstverständlich, dass man es sauber hält und pflegt und sich nach dem Stand der Technik richtet.
Im Garten jedoch soll alles von alleine laufen, ohne dass man sich darum kümmern muss?
Eventuell hat der eine oder andere auch in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit unpraktisch gestalteten Gärten gemacht und möchte das unbedingt in Zukunft vermeiden.

 

Grundsätzlich muss sich aber jeder Gartenbesitzer fragen, welche Arbeiten im Garten ihm am meisten Verdruss bereiten und welche weniger. Darauf kann dann in der Gestaltung von vornherein eingegangen werden.
Vielleicht kann man aber auch seine Einstellung bzgl. Gartenarbeit ändern und die Zeit im Garten als Naturerlebnis, Fitnessprogramm oder Achtsamkeitsübung erleben?

 

Gartenarbeiten, um die man nicht herum kommt (je nach Gestaltung):

-        Rasen: mähen, düngen, wässern, bei Bedarf vertikutieren, Schnittgut beseitigen

-        Wiese: mähen, Schnittgut beseitigen

-        Gießen (lieber weniger, dafür eine größere Wassermenge, 10 - 20 l /m²)

-        In neu angelegten Beeten, in denen es noch offene Bodenbereiche gibt, wächst unvermeidlich „Unkraut“. Hier muss regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gejätet werden. Völlig verunkrautete Flächen lassen sich oft nur noch mit einer Totalsanierung wieder in den Griff bekommen. Wichtig ist auch, sich mit dem „Feind“ vertraut zu machen: Wer Ackerwinde, Quecke, Giersch und Ackerschachtelhalm kennt, kann sofort reagieren, wenn sie auftauchen. Wurzelunkräuter müssen mit der gesamten Wurzel entfernt werden, bei Kräutern, die sich nur durch Samen vermehren, muss rechtzeitig das Ausfallen der Samen verhindert werden.

-        Strauchschnitt: im Spätwinter, orientiert am natürlichen Habitus des Gehölzes (kein hemmungsloser „Hausmeisterschnitt“), Schnittgut beseitigen

-        Obstbaumschnitt: im Spätwinter und evtl. noch einmal im Sommer. Am besten besucht man eine Schnittkurs des örtlichen Gartenbauvereins. Schnittgut beseitigen

-        Rückschnitt in Staudenbeeten: Hier ist die Häufigkeit Geschmackssache und abhängig von Standort und Funktion der Pflanzung. Vom täglichen Abzupfen von Verblühtem an der Terrasse bis zum jährlichen Rückschnitt einer Präriepflanzung im Februar gibt es viele Variationen.

-        Düngen: 1-2 x jährlich. Kiesbeete müssen nicht gedüngt werden.

 

Was Gartenarbeit reduziert bzw. leichter macht:

 

-        Gießen wird in Zukunft wahrscheinlich immer mehr zum Luxus werden. Wer also nicht über einen eigenen Brunnen verfügt, sollte bei der Bepflanzung des Gartens die örtlichen Gegebenheiten (Klima, Boden, Niederschlag) mit einbeziehen und eine angepasste Bepflanzung wählen. Hier im fränkischen Trockenklima kann man gut mit trockenheitsliebenden Stauden und Gräsern arbeiten. (Siehe Kiesgarten)Auch eine Mulchschicht aus regionaltypischem Splitt kann den Gießaufwand verringern.

-        Ein automatisches Bewässerungssystem kostet einiges, spart aber sehr viel Zeit

-        Gehölze (Sträucher und Bäume) sollten genau an den Standort, den zur Verfügung stehenden Platz und den gewünschten Nutzen angepasst werden um den Aufwand für Gehölzschnitt im Rahmen zu halten. Ebenso sollten besonders wuchernde oder gar ausläufertreibende Gehölze gemieden werden.

-        Rasenkantensteine oder Einfassungsband aus Metall: Wer Staudenbeete oder Gehölzbereiche von Anfang an dezent einfasst, spart sich später das ständige Abstechen des Rasens.

-        Wiese statt unkrautfreiem Rasen

-        Mähroboter werden immer erschwinglicher und führen zu einer gleichmäßigen Rasenfläche

-        Unperfekt ist auch ok: Gartenwege oder Sitzplätze müssen nicht wie frisch gewischtes Wohnzimmerparkett aussehen. Ein paar Moose oder Gräser in den Fugen ergeben ein natürlicheres Bild.

-        In der Natur gibt es keine offenen, unbewachsenen Böden (außer an Extremstandorten). Beete mit offenen Bodenbereichen müssen deshalb ständig gejätet werden. Eine Pflanzung mit bodendeckenden Stauden oder Kleingehölzen, die nach spätestens zwei Jahren eine geschlossene Pflanzendecke bildet, macht kaum noch Arbeit.
Die unsäglichen Steinschüttungen, die momentan als letzte Lösung für überforderte Gartenbesitzer angepriesen werden, sind in Wirklichkeit nicht so pflegefrei wie erhofft
-        Obstbäume passend zur Gartengröße wählen

-     Besonders bei Rückenproblemen oder im Alter: Hochbeete für Gemüse und Kräuter einplanen!

-     wer sich mit dem Thema vertraut macht, kann mit dem Herstellen des eigenen Komposts viel anfallendes Schnittgut sofort verwerten und bekommt auch noch gratis den besten Dünger.