Pflegeleichter Garten

Das Stichwort, das beim einem Gespräch über Gartengestaltung meist als erstes fällt ist „pflegeleicht“.
Ich frage dann gerne nach, was sich mein Gesprächspartner denn konkret unter „pflegeleicht“ vorstellt: denn den pflegeleichten Garten gibt es nicht, einen pflegefreien erst recht nicht.

Wenn man einige einfache Maßnahmen von Anfang an einplant, kann man sich später viel Verdruss ersparen. Das kostet evtl. im ersten Moment etwas mehr Geld, lohnt sich aber im Hinblick auf die später eingesparte Zeit.

 

Was Gartenarbeit reduziert bzw. leichter macht:

-        Gießen wird in Zukunft wahrscheinlich immer mehr zum Luxus werden. Wer also nicht über einen eigenen Brunnen verfügt, sollte bei der Bepflanzung des Gartens die örtlichen Gegebenheiten (Klima, Boden, Niederschlag) mit einbeziehen und eine angepasste Bepflanzung wählen. Hier im fränkischen Trockenklima kann man gut mit trockenheitsliebenden Gehölzen, Stauden und Gräsern aus dem mediterranen Bereich oder der nordamerikanischen Steppe arbeiten. Auch eine Mulchschicht aus regionaltypischem Splitt oder Kies kann den Gießaufwand verringern. (Siehe Kiesgarten)

-        Ein automatisches Bewässerungssystem, am besten kombiniert mit einer eigenen Regenwasserzisterne ist eine Investition, die Zeit und Wasser spart.

-        Gehölze (Sträucher und Bäume) sollten genau an den Standort, den zur Verfügung stehenden Platz und den gewünschten Nutzen angepasst werden, um den Aufwand für Gehölzschnitt im Rahmen zu halten. Ebenso sollten besonders schnell wachsende, wuchernde oder gar ausläufertreibende Gehölze gemieden werden.

-        Rasenkantensteine oder Einfassungsband aus Metall: Wer Staudenbeete oder Gehölzbereiche von Anfang an dezent einfasst, spart sich später das ständige Abstechen des Rasens und erhält eine saubere Kante nach dem Mähen.

-        Wiese statt unkrautfreiem Rasen (der so auf Dauer nur mit Gift, Düngung und Beregnung zu halten ist)

-        Unperfekt ist auch ok: Gartenwege oder Sitzplätze müssen nicht wie frisch gewischte Küchenfliesen aussehen. Ein paar Moose oder Gräser in den Fugen ergeben ein natürlicheres Bild.

-        In der Natur gibt es keine offenen, unbewachsenen Böden (außer an Extremstandorten). Beete mit offenen Bodenbereichen müssen deshalb ständig gejätet werden. Eine Pflanzung mit bodendeckenden Stauden oder Kleingehölzen, die nach spätestens zwei Jahren eine geschlossene Pflanzendecke bildet, macht kaum noch Arbeit. Die unsäglichen Steinschüttungen, die momentan als letzte Lösung für überforderte Gartenbesitzer angepriesen werden, sind in Wirklichkeit nicht so pflegefrei wie erhofft, und zudem eine ökologische Katastrophe.
-     Obstbäume passend zur Gartengröße wählen (auf Unterlage achten!)

-     Besonders bei Rückenproblemen oder im Alter: Hochbeete für Gemüse und Kräuter einplanen!

-     wer sich mit dem Thema vertraut macht, kann mit dem Herstellen des eigenen Komposts viel anfallendes Schnittgut sofort verwerten und bekommt auch noch gratis den besten Dünger.